Luxusuhren – Das Symbol am Handgelenk

Luxusuhren bekannter Marken symbolisieren Status und Wertigkeit. Dabei ist es nicht allein der Preis, der sie auszeichnet, sondern auch handwerkliche Finesse und technische Perfektion, für die sie stehen.
Lange Uhr
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Der massige Chronograph am Männerhandgelenk oder eine elegantere Variante für die Dame – Luxusuhren sind ein gern gewähltes Accessoire, um Wohlstand und Stil zu demonstrieren. Traditionell werden sie gerne als Familienerbstück gewählt. In jüngerer Zeit dienen sie auch als Wertanlage, da Sammler für limitierte Auflagen durchaus bereit sind, hohe Preise zu zahlen – ein Umstand, der für die Wertsteigerung mancher Luxusuhr sorgt.

Was zeichnet Luxusuhren aus

Lange Uhr

Viele Menschen ordnen Luxusuhren nur anhand ihres Preises ein. Jenseits der 1.000 Euro gelten für sie Uhren als Luxus. Kenner und Liebhaber edler Uhren werden ob solcher Kategorisierung nur die Nase rümpfen. Denn der Preis unterstreicht letztlich nur die handwerkliche Präzision, das unverkennbare Design und die hochwertigen Materialien, die die wirklich herausragenden Eigenschaften von Luxusuhren darstellen.

Zunächst etwas Grundsätzliches: Es wird zwischen mechanischen und batteriebetriebenen Uhren (Quarzuhren) unterschieden. Quarzuhren arbeiten mit der elektrischen Energie aus der Batterie (oder einer Solarzelle). Mechanische Uhren hingegen gewinnen ihre Energie aus der Spannung einer Aufzugsfeder. Damit deren Kraft sich nicht auf einmal entlädt, arbeiten mechanische Uhren mit einer Hemmung. Mit Hilfe eines sich gleichmäßig einhakenden und wieder lösenden Ankers wird die Kraft gleichmäßig an die Uhrzeiger geleitet. Die Feder wird entweder mittels der Krone von Hand aufgezogen (Handaufzug) und durch einen internen Rotor, den die natürlichen Bewegungen am Handgelenk antreiben (Automatik).

Obwohl Quarzuhren eine höhere Ganggenauigkeit haben und so deutlich präziser sind, finden sich im Segment der Luxusuhren fast nur mechanische. Denn je aufwendiger das Uhrwerk gefertigt wurde desto präziser läuft es. Eine mechanische Luxusuhr mit hoher Ganggenauigkeit steht also für exklusive Feinmechanik und virtuose Handarbeit.

Lange Uhr

Über dieses Merkmal hinaus zeichnen Luxusuhren aber noch weitere Eigenschaften aus: 

Das Zifferblatt fungiert als das Gesicht der Uhr. Es ist in erster Linie davon geprägt, wie viele Informationen dargestellt werden sollen. Die reine Angabe der Zeit erlaubt ein schlichtes Zifferblatt. Kommen Hilfszifferblätter für Stoppuhr oder Datumsanzeige hinzu, steigt die Herausforderung an den Designer, ein übersichtliches Gesamtbild zu wahren. Viele Luxusuhren zeichnen sich durch Zifferblätter aus, bei denen Techniken wie Guillochierung (feine geometrische Figuren) oder Perlierung (ineinander verlaufende, perlenförmig wirkende Kreisschliffe) genutzt werden.

Die Zeiger hochwertiger Uhren zeichnen sich häufig durch aufwendige Formen und Verzierungen aus. 

Für die Gehäuse von Luxusuhren verwenden die Hersteller hochwertige Materialien wie Edelstahl, Titan, Gold oder Silber. Die aus einem Stück gefrästen Gehäuse haben minimale Spaltmaße, also Abstände zu Armbändern und beweglichen Teilen wie Lünetten. Das Material kann durch Verchromen oder Bürsten veredelt werden. Eine hohe Wasserdichtigkeit, auch bei starkem Wasserdruck, zeichnet die Gehäuse ebenfalls aus.

Das Uhrenglas von Luxusuhren besteht in der Regel aus Saphirglas. Dieses gehört zu den härtesten Materialien, zeichnet sich durch hohe Stabilität und Kratzfestigkeit aus. Allerdings bewirkt die hohe Lichtbrechung von Saphirglas eine starke Spiegelung, weshalb das Saphirglas von Luxusuhren mit einer Antireflexschicht versehen ist.

Auch die Qualität der Krone kennzeichnet Luxusuhren. Der Drehknopf sollte gut verarbeitet sein und ansprechend aussehen. Häufig findet sich hier das Logo der Marke eingraviert. Als wichtiges Bedienelement einer Uhr sind gute Größe und Griffigkeit sowie flüssige Gängigkeit beim Aufziehen der Uhr wichtige Eigenschaften der Krone.

Eine Lünette bezeichnet einen Zierring, der das Ziffernblatt einer Uhr umrandet und entweder fest mit dem Gehäuse verbunden oder beweglich ist. Drehbare Lünetten dienen Zusatzfunktionen wie der Bestimmung der Tauchzeit oder das Ablesen einer zweiten Zeitzone. Lünetten von Luxusuhren sind aus Edelstahl, Keramik, Titancarbid, Aluminium oder Saphirglas gefertigt und können aufwendig verziert sein.

Die gängigsten Materialien für die Armbänder von Luxusuhren sind entweder edles Leder oder Metalle wie Edelstahl, Titan, Gold oder Platin. Hochwertige Metallarmbänder bestehen in der Regel aus massiven Teilen, sehr gut verarbeitet und perfekt ineinanderpassend und mit Faltschließen ausgestattet. Diese haben – wie auch die Krone – oft ein eingraviertes Logo und weitere kunstvolle Verzierungen. Qualitativ hochwertige Faltschließen passen perfekt ineinander und lassen sich leicht öffnen und schließen.

Darüber hinaus ist bei Luxusuhren häufig von Komplikationen die Rede. Das bedeutet nicht, dass sie Probleme bereiten oder schlecht laufen. Ganz im Gegenteil, Komplikationen sind Qualitätsmerkmale einer Luxusuhr. Denn die Komplikation eines Uhrwerks steht für eine Zusatzfunktion der Uhr – etwa eine Datumsanzeige oder eine Stoppuhr. Uhren mit Zusatzfunktionen heißen auch Chronographen. Das mechanische Uhrwerk eines Chronographen ist deutlich komplexer aufgebaut, Komplikationen unterstreichen also die Hochwertigkeit.

Zu den Komplikationen zählen nicht nur praktische Funktionen, sondern auch Eigenschaften des Uhrwerks selbst. Hier sticht vor allem das Tourbillon hervor, eine Konstruktion, bei der sich das Schwing- und Hemmungssystem um eine Achse dreht und dadurch weniger lageabhängig ist. Denn die Schwerkraft beeinträchtigt die Abläufe in einer Uhr je nachdem, in welcher Lage sie sich befindet. Ein Tourbillon verteilt den Einfluss der Schwerkraft und erhöht so die Ganggenauigkeit.

Luxusuhren – bekannte Marken

So wichtig technische und gestalterische Eigenschaften auch sein mögen – vor allem sind Luxusuhren auch Marken. Die namhaften Hersteller stammen fast alle aus der Schweiz, nicht umsonst sind Schweizer Uhren ein stehender Begriff. Doch es gibt auch deutsche Luxusuhren, die von renommierten Unternehmen aus dem sächsischen Glashütte gefertigt werden. Die wichtigsten Luxusuhren-Marken sind:

Rolex – Erfinder der Luxusuhr als Marke

Oyster Perpetual Rolex
Oyster Perpetual Rolex

Der aus dem Londoner Unternehmen Wilsdorf & Davis hervorgegangene Uhrenhersteller mit Sitz in Genf war der erste, dessen Namen die Zifferblätter der Uhren zierte. Bekannte Modelle: Rolex Submariner, Daytona oder Datejust I und II.

Omega

OMEGA Speedmaster Moonwatch
OMEGA Speedmaster Moonwatch

1848 im Schweizer La Chaux-de-Fonds von Louis Brandt gegründet, trug das Unternehmen bis 1947 dessen Namen. Dann erfolgte die Umbenennung in Omega – nach einer erfolgreichen Modellreihe. Bekanntestes Modell ist die Speedmaster Professional, auch als Moonwatch bekannt. Sie wurde von den Astronauten der NASA getragen, unter anderem während der Apollo-11-Mission. Sie war somit die erste Uhr auf dem Mond.

Breitling

Breitling: Navitimer Chronograph Rattrapante
Breitling: Navitimer Chronograph Rattrapante

Die Uhren von Breitling gelten als Pilotenuhren, da sie während des Zweiten Weltkriegs sowohl von den Fliegern der britischen Royal Air Force als auch der US-Luftwaffe genutzt wurden und auch in den folgenden Jahrzehnten beliebt waren. Das Unternehmen wurde 1884 von Léon Breitling gegründet und hat seit 1972 seinen Sitz in Grenchen in der Schweiz. Bekannte Modelle: Navitimer und Superocean.

Hublot

Hublot Big Bang Integral Titanium
Hublot Big Bang Integral Titanium

Das von dem Italiener Carlo Crocco 1980 im Schweizer Nyon gegründete Unternehmen sorgte gleich zum Start für Aufsehen – mit Uhrenarmbändern aus Kautschuk und einer Lünette mit auffälligen Schrauben, die einem Bullauge ähnelt (Hublot ist französisch für Bullauge). Bekannte Modelle: Big Bang und Classic Fusion.

A. Lange & Söhne

Lange Uhren

1845 im sächsischen Glashütte gegründet, wurde die Uhrenfabrik 1948 Teil eines Volkseigenen Betriebs der DDR. Nach der Wiedervereinigung erfolgte die Neugründung. A. Lange & Söhne ist einer der renommiertesten Hersteller deutscher Luxusuhren. Bekannte Modelle: Lange 1 und Saxonia.

TAG Heuer

CARRERA
Carrera

Das 1860 von Edouard Heuer nahe Bern gegründete Unternehmen ist für seine Innovationen bekannt. So hat Heuer (seit 1985 TAG Heuer) 1882 die erste Stoppuhr patentieren lassen. Bekannte Modelle: Formula 1, Monaco und Carrera.

Glashütte Original

Panoreserve
Panoreserve

Neben A. Lange & Söhne der zweite traditionsreiche Name unter den Herstellern deutscher Luxusuhren. 1845 gegründet, zu DDR-Zeiten in einen VEB eingegliedert, startete das Unternehmen 1994 erneut. Es fertigt fünf Modellreihen: Senator, Pano, Spezialist, Vintage und Ladies.

Nomos Glashütte

Tangente
Tangente

Seit 1990 zählt das Unternehmen zu den Herstellern deutscher Luxusuhren und erhielt seitdem über 150 internationale Designpreise. Die Modellreihe Tangente gilt als Design-Klassiker.

Patek Philippe

Patek Philippe

1883 in Genf gegründet ist dieses Familienunternehmen der Inbegriff traditionsreichen Uhrmacherhandwerks – und wirbt seit Jahrzehnten mit dem ideellen Wert seiner Uhren als Erbstück. Bekannte Modelle: Patek Philippe Nautilus und Complications.

Bulgari

Bulgari: Octo Roma Emerald Grande Sonnerie
Octo Roma Emerald Grande Sonnerie

Eigentlich ist Bulgari ein italienisches Unternehmen, doch die Uhrenherstellung liegt bei der Schweizer Unternehmensniederlassung Bulgari Haute Horlogerie SA. Bekannte Modellreihen sind Octo, Roma und Diagono.

Montblanc

Nicolas Rieussec Chronograph - Montblanc Star Legacy
Nicolas Rieussec Chronograph - Montblanc Star Legacy

Obwohl in Hamburg gegründet, zählt das Unternehmen nicht zu den Herstellern deutscher Luxusuhren, da es seit 1993 Teil eines Schweizer Konzerns ist. Die seit 1997 gefertigten Uhrenmodelle wie TimeWalker Chronograph und Nicolas Rieussec stammen aus zwei Schweizer Uhrenfabriken.

Luxusuhren jenseits der Mechanik

Schalthebel

Auch wenn mechanische Uhren den Markt der Luxusuhren dominieren, so gibt es auch einige Quarzuhr-Modelle unter ihnen, zum Beispiel von Omega, Breitling und TAG Heuer. Modelle wie Omega Seamaster Aqua Terra und TAG Heuer Formula 1 gibt es sowohl in Ausführungen mit mechanischem Uhrwerk als auch als Quarzuhren, die sich optisch nur in geringfügigen Details wie Schriftzügen unterscheiden. Experten erkennen auch die gleichmäßigere Bewegung des Sekundenzeigers so einer Quarzuhr.

Natürlich drängt inzwischen auch das Thema Smartwatch in das Segment Luxusuhren. Gängige Modelle wie die Apple Watch oder die Samsung Galaxy Watch lassen sich zwar durch hochwertige Armbänder aufwerten, gehen aber noch nicht als Luxusuhren durch. Doch es gibt eine Reihe renommierter Hersteller, die auch digitale Uhren in Luxusausführungen anbieten, wie zum Beispiel Mont Blanc Summit, TAG Heuer Connected Bright Black Edition, Louis Vuitton Tambour Horizon und Hublot Big Bang e. Ob diese allerdings einmal in einem Atemzug mit den Klassikern genannt werden, bleibt fraglich.

Zertifikate für Luxusuhren

Watchmaker

Von einem Chronographen war bereits die Rede, doch diese Bezeichnung darf nicht mit dem Begriff Chronometer verwechselt werden. Denn so dürfen die Hersteller nur Uhren nennen, deren Ganggenauigkeit einer entsprechenden Qualitätsprüfung unterzogen und so zertifiziert wurde. Die wichtigsten Zertifikate für Luxusuhren vergeben – wenig überraschend – Schweizer Institute, allen voran das unabhängige Schweizer Observatoriums Contrôle officiel suisse des chronomètres (COSC). Die Prüfung der Ganggenauigkeit der Uhrwerke dauert 15 Tage und wird nur für Uhren aus Schweizer Fertigung durchgeführt. Weitere Schweizer Zertifikate sind das Genfer Siegel, das Patek-Philippe-Siegel und das METAS-Zertifikat des Eidgenössischen Instituts für Metrologie.

Außerhalb der Schweiz gibt es bislang kaum relevante Zertifikate, doch mit der Deutschen Chronometerprüfung hat sich 2006 ein Gütesiegel für deutsche Luxusuhren etabliert.

Wertsteigerung von Luxusuhren

Lange Uhr

Die lange Phase der Niedrigzinsen hat hochwertige Uhren auch als Investition interessant gemacht. Gerade klassische Modelle von Luxusuhren zeigen hohe Wertsteigerungen über die Jahre, besonders wenn sie nur in begrenzter Stückzahl gefertigt wurden. Auch die langen Lieferzeiten begehrter Modelle steigern die Preise verfügbarer Exemplare auf dem Markt. So beträgt die Wartezeit für eine Rolex Daytona rund zehn Jahre. Ihr Wertzuwachs betrug 2021 etwa 38 Prozent.

Zusätzlich haben Lieferengpässe infolge der Covid-19-Pandemie zu Wertsteigerungen bei Luxusuhren geführt. 

Gebrauchte Luxusuhren kaufen

Da Luxusuhren eine Wertsteigerung erfahren können, gibt es auch einen Markt, auf dem gebrauchte Luxusuhren gehandelt werden. Der Exklusivität der Ware entsprechend ist aber dabei in der Regel nicht von gebrauchten Luxusuhren die Rede, sondern von Vintage-Luxusuhren, aber auch CPO-Uhren. CPO steht für „Certified Pre-Owned“ (CPO). Es handelt sich dabei um Luxusuhren aus Vorbesitz, die eine Zertifizierung in Bezug auf Echtheit und Funktion erhalten haben. 

Besonders begehrte Modelle gebrauchter Luxusuhren werden auf Auktionen gehandelt und erzielen dort Toppreise. 

Internetportale wie www.watchmaster.com und www.chrono24.de haben sich zu renommierten Marktplätzen für gebrauchte Luxusuhren entwickelt – mit Zertifizierung und Garantie.