Privatjet mieten: Stilvoll über den Wolken

Die Annehmlichkeiten eines Privatjets genießen – ohne eigenes Flugzeug. Das Angebot ist umfangreich.
Cessna Citation Longitude

Exklusive Ziele, individuelle Planung, entspanntes Boarding, Komfort an Bord: Das Fliegen mit dem Privatjet bietet viele Vorzüge. Dafür muss man nicht Besitzer eines solchen Flugzeugs sein, denn es gibt viele Möglichkeiten, einen Privatjet zu mieten.

Bei einem Broker oder einem Betreiber mieten?

Um einen Privatjet zu mieten, führt der Weg nicht ins Reisebüro. Ansprechpartner für Buchungen sind entweder Betreiber von Privatflugzeugen oder Broker (Vermittler).

Die Betreiber von Privatjets erhalten eine Betriebserlaubnis und ein Luftfahrzeugbetreiberzertifikat (AOC), um Passagiere gewerblich befördern zu dürfen. Dieser Unterschied zu rein privat genutzten Flugzeugen bedeutet, dass eine Reihe zusätzlicher regulatorischer Anforderungen und höhere Sicherheitsstandards erfüllt sein müssen. Diese Unternehmen bieten ihre Flotte von Privatjets zum Mieten an. Auch bei einer Reihe größerer Airlines wie beispielsweise Lufthansa und Air France kann man Privatjets chartern.

Die meisten Kunden bevorzugen allerdings Broker als Anlaufstelle. Diese Vermittler sind die Schnittstelle zwischen Interessenten und Betreibern. Sie haben zu weit mehr Flugzeugen Zugang und operieren weltweit – im Gegensatz zum einzelnen Betreiber, der sich auf die eigenen Flugzeuge und auf die Regionen beschränkt, die er anfliegen kann.

Was kostet es, einen Privatjet zu mieten?

Wie teuer es ist, einen Privatjet zu mieten, hängt zunächst von dem gewünschten Flugzeugtyp ab. Privatjets sind in Kategorien von Very Light Jet bis Ultra-Long-Range Heavy Jet unterteilt, die sich in Anzahl der Sitzplätze und der Reichweite unterscheiden.

Ein weiterer Faktor wird durch das Reiseziel bestimmt. Je länger die Strecke desto höher die Zahl der Flugstunden, dem Basiswert der Preisberechnung. Als Faustregel gilt: die Mietkosten der meisten Flugzeuge mit Düsentriebwerk beginnen bei circa 2.500 Euro pro Flugstunde. Für einen Flug innerhalb Europas können also schnell mehr als 10.000 Euro fällig werden, Interkontinentalflüge liegen entsprechend darüber. Einen Überblick verschaffen Preisrechner, die einige Vermittler auf ihren Internetseiten eingebunden haben. Es handelt sich aber nur um grobe Richtwerte. Grundsätzlich ist eine Anfrage für ein konkretes Angebot notwendig.

Im Angebotspreis enthalten sind die Kraftstoff- und Wartungskosten, die Kosten für die Crew (Piloten und Flugbegleiter, unter Umständen einschließlich der Hotelübernachtung für die Besatzung), das Catering an Bord sowie die Lande-, Handling- und Parkgebühren für das Flugzeug.

Muss das Flugzeug zunächst von einem anderen Standort zum gewünschten Abhol-Airport fliegen, erhöht das entsprechend den Preis.

Neben der individuellen Anmietung eines Privatjets gibt es auch organisierte Premium-Rundreisen, deren Anbieter luxuriöse Privatjets chartern, die für ihre Passagiere ausgefallene Ziele ansteuern.

Was ist ein Leerflug (Empty Leg)?

Eine Besonderheit unter den Möglichkeiten, einen Privatjet zu mieten, sind Leerflüge, auch Empty-Leg genannt. Darunter versteht man Positionierungsflüge, die notwendig sind, um das Flugzeug entweder zu seinem vertraglich vereinbarten Startpunkt zu bringen oder nach einem Abflug wieder zu seiner Standortbasis zurückzuführen – ohne Passagiere. Die Plätze auf diesen Leerflügen sind deutlich günstiger als ein regulärer Charterflug mit einem Privatjet. Der Rabatt kann 50 bis 60 Prozent betragen, ist aber an eine Reihe von Konditionen gebunden. Der Kunde fragt beim Betreiber oder Vermittler an, ob für eine bestimmte Strecke am gewünschten Datum ein Platz auf einem Leerflug verfügbar ist. Das geht mittlerweile auch per App. Sind Kapazitäten frei, erhält der Interessent ein Angebot, möglicherweise aber auch nur für Alternativtermine oder -strecken.

Leerflüge bieten also dann eine Option, einen Privatjet zu mieten, wenn man hinsichtlich Reisedatum und Zielflughafen flexibel ist. Für wichtige Termine, die nicht verschoben werden können, ist deshalb eher ein reguläres Chartern ratsam.