Die teuersten Charteryachten 2026
Natürlich ist es vernünftiger, eine nur 40 Meter lange Yacht zu chartern, weil man mit ihr in jeder Mittelmeer-Marina anlegen kann. Und praktisch, das ist auch kein Geheimnis, besitzt sie nahezu alle Features, die eine Woche auf See so richtig angenehm machen. Doch was, wenn das Budget keine Rolle spielt? Dann ist Vernunft eh zweitrangig. Grenzen nach oben werden durch das Machbare gezogen. Yachten, die über Kryo-Saunen verfügen, mehrere Helipads, Pools mit Schwimmbad-Maß oder ein eigenes Kino – gibt es problemlos zum Chartern. Solch ein Trip kostet ab drei Millionen Euro pro Woche. Umgerechnet sind das also fünf Euro pro Sekunde. Wir stellen drei exzellente Kandidatinnen vor – denn Yachten sind immer weiblich!
Kismet

Der Eigner der „Kismet“ ist ein großer Fan der deutschen Lürssen-Werft. Bereits mehrfach bestellte Shahid Khan, der Besitzer der Jacksonville Jaguars und des FC Fulham, dort eine Yacht. Die „Kismet“ ist mit stylishen Linien von Nuvolari Lenard und einem Interior von Reymond Langton Design versehen. Bei den World Superyacht Awards wurde sie zur „World Superyacht of the Year“ gekürt. Die Jury lobte die „faszinierenden Innenräume, bei denen kein Zentimeter dem Zufall überlassen wurde“. Auf 122 Meter Länge kommen bis zu zwölf Gäste in acht nach Couture-Marken benannten Kabinen unter. Außerdem können sie unter anderem ein Kino im Art-déco-Look, einen Versailles-inspirierten Speisesaal, mehrere Feuerstellen und eine Unterwasser-Lounge nutzen. Für Wellness-Liebhaber ist die „Kismet“ ein Muss: Ein balinesisch inspiriertes Spa mit Hammam, Sauna und Kryotherapie-Kammer lädt zum Entspannen ein. Ergänzt wird das Angebot durch einen privaten Behandlungsraum mit Massagetisch, Wasserfall-Dusche und Chromotherapie-Badewanne. Ein Fitness- und Yogastudio mit seitlich öffnenden Terrassen auf Meeresspiegel-Niveau runden das Wohlfühlerlebnis auf höchstem Niveau ab. Preis: ab 3 Millionen Euro pro Woche, über Cecil Wright.
Flying Fox

Mit ihren 136 Meter Länge sprengt die Flying Fox von Lürssen alle bisherigen Charterdimensionen – auch in puncto Preis pro Woche. Das Interior beeindruckt mit einem 400 Quadratmeter großen Spa über zwei Decks, inklusive Hammam, Coiffeur und Kryo-Sauna. Jede der elf Kabinen verfügt über einen privaten Balkon. Besonderes Highlight: ein quer eingebauter Zwölf-Meter-Pool im Heck, um die Deckfläche optimal zu nutzen. Gesellschaftliche Treffpunkte sind der zweistöckige Salon, das mit mehreren Tonnen Stahl schallisolierte Kino und die Outdoor-Küche, in der vier Spitzenköche live am Teppanyaki-Grill oder Josper-Ofen zaubern. Für sportliche Gäste sind Ex-Olympioniken, Ex-Militärs und erfahrene Tauchlehrer als Trainer mit dabei. Verletzungen können in der bordeigenen Krankenstation behandelt werden. An- und Abreisen sind mit Helikoptern der Kategorie Airbus H175 möglich. Um die bis zu 22 Gäste kümmern sich etwa 50 Crew-Mitglieder. Preis: ab 4 Millionen Euro pro Woche, über Blue Water Yachting.
Renaissance

Ob Landung per Helikopter auf dem Vordeck oder stilecht per Tender anreisen – die Ankunft an Bord der „Renaissance“ ist stets ein Erlebnis. Die 2023 in Spanien abgelieferte 112-Meter-Yacht wurde von Dickie Bannenberg und Simon Rowell gestaltet. Die „Renaissance“ kann dank ihrer Zertifizierung bis zu 36 Gäste mitnehmen und ist damit für Großfamilien oder ganze Fußballteams gerüstet. Die Kabinen besitzen alle einen sogenannten VIP-Standard, wie er auf herkömmlichen Yachten kaum zu finden ist, und lassen sich sogar zusammenlegen. Ein Aufzug verbindet Decks, auf denen es sich die Charter-Gäste in einem spektakulären doppelstöckigen Speisesaal, in offenen BBQ-Bereichen mit „Chef’s Table“-Atmosphäre oder in Sushi- oder Pizza-Bars gut gehen lassen können. Für das Entertainment befinden sich eine DJ-Kanzel und ein Kino mit 19 Sitzplätzen an Bord. Der Spa-Bereich bietet ein Gym, Yoga-Lounge, Saunen, Plunge Pools und Behandlungsräume. Preis: ab 3 Millionen Euro pro Woche, über Burgess.
Chartern oder kaufen?
Bei Charterpreisen von 4,5 Millionen Euro pro Woche inklusive APA und Steuer ergibt sich natürlich die Frage, ob es sich nicht lohnt, eine Yacht wie „Kismet“ oder „Flying Fox“ zu kaufen. Nimmt man die „Kismet“ als Beispiel, hat diese ein Volumen von knapp 5000 Gross tons. Da der Preis danach taxiert wird, würde ein „Kismet“-Neubau bei einer renommierten Werft geschätzt über 300 Millionen Euro kosten. Das sind knapp 67 Charterwochen, wobei für den Neubau pro Jahr noch rund 20 Millionen Euro Unterhaltskosten anfallen. „Der Kauf einer Yacht“, sagte einmal der bekannte Broker Peter Hürzeler, „ist eine reine Investition in die eigene Lebensqualität.“
