Handgemachte Uhren von Roger W. Smith Nur zehn Uhren pro Jahr

Jeder weiß, dass die Schweiz das Epizentrum der Uhrmacherkunst ist. Wer sich aber ein bisschen mit der Geschichte um die Uhrmacher beschäftigt hat, weiß auch, dass es einst die englischen Uhrmacher waren, die die Welt der Gangwerke, Zeiger und Zifferblätter regierten.

Roger W. Smith 26

Die Funktion dieser Uhrmacher war eine Mischung aus Wissenschaft und Handwerk, aus Theorie und Praxis, die Engländer waren die Pioniere dieser Kunst, bis die Amerikaner im 19. Jahrhundert die industrielle Fertigung von Uhren perfektionierten. Und schon bald von den Schweizern verdrängt wurden. Auch wenn die Briten ihre Vormachtstellung nie zurückerobern konnten, das Erbe ihrer Genialität lebt weiter, zum Beispiel in Roger W. Smith, einem 45-jährigen unabhängigen Uhrmacher, der in seinem Atelier auf der Isle of Man etwa zehn Uhren pro Jahr fertigt, von A bis Z.

Ziffernblatt von hinten auf einer Uhr von Roger W. Smith

Im November stellte Smith, ein Schüler des legendären britischen Uhrmachers George Daniels, dessen größte Leistung die Erfindung der Co-Axial-Hemmung in den 1970er Jahren war, seine erste Kollektion im Salon QP in London vor.

„Ich bin seit fast 15 Jahren selbständig und brauchte eine Art Neustart, eine Wiedergeburt“, erzählt Smith. „In all den Jahren habe ich enorm viel gelernt. In meinem Atelier habe ich eine neue, leichte und einrädrige Version von Georges Koaxial-Hemmung entwickelt. Dann musste ich ein neues Series 2 Gangwerk schaffen, in das die Hemmung hineinpasst. Und während ich an dem Series 2 arbeitete, kam mir Idee, Uhren zu bauen, die auf den unterschiedlichen Projekten basieren, die ich im Laufe der Jahre verwirklicht habe.“
 

Smith-Collections

Die Smith-Collections umfasst derzeit eine komplett neue Version des Modells Series 1, das im runden Gehäuse nur die Zeit anzeigt (ab 104.800 $); eine verbesserte Series 2, die äußerlich gleich geblieben ist, aber von einem neu konzipierten Werk angetrieben wird (ab 152.500 $); die Series 3, deren neues Werk einen retrograden Kalender-Datumsmechanismus enthält (ab 121.400 $) und die Series 4 mit Dreifachkalender und Mondphasen-Anzeige (ab 291.200 $).

Uhr von Roger W. Smith

Sammler, die an diesen Modellen interessiert sind, müssen sich jedoch gedulden. „Derzeit geben wir noch drei bis dreieinhalb Jahre als Lieferzeit an“, so Smith, da die Fertigung seiner einfachsten Modelle bereits elf Monate dauert. Diese langen Lieferzeiten überraschen kaum. Smith fertigt ganz in der Tradition der englischen Uhrmacher von vor 200 Jahren alle Komponenten seiner Zeitmesser selbst an, ausgenommen Unruh und Federhaus, Edelstein und Schrauben, Saphirglas und Lederarmbänder. Die charakteristischen Merkmale dieser Tradition sind unter anderem vergoldete und gekörnte Platinen, polierter Edelstahl und Handgravuren sowohl auf der Innen- als auch der Außenseite der Uhr. Smith bevorzugt ein sehr dreidimensionales Design, das den Modellen Solidität und Langlebigkeit verleiht.

„Wie stellen etwas her, dass höchsten Qualitätsstandards entspricht und was in der Massenproduktion einfach nicht machbar ist“, betont Smith. „Und genau das will ich schaffen: etwas, das anders ist als alles andere.“ 

Uhr von Roger W. Smith

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im Original von Victoria Gomelsky