Wieso Audemars Piguet die Springende Stunde wieder aufleben lässt

Mit seiner neuen Uhr „Neo Frame Springende Stunde” zitiert Audemars Piguet die Vergangenheit – weil es die jüngsten Kunden so lieben.
Text Alexander Stilcken
Der Übergang vom Glas zum schwarzen Armband wird bei der „Neo Frame” nicht unterbrochen.

Früher war nicht alles besser, allerdings anders. Ilaria Resta, die CEO von Audemars Piguet, berichtet beim „AP Social Club”, dem jährlichen VIP-Kunden-Treffen, das dieses Mal im Schweizer Skiort Andermatt stattfand: „Die jüngsten Kunden kommen inzwischen oft über Vintage-Modelle zu uns. Das war früher anders. Damals war eine neue Uhr als Geschenk der Eltern zum Studienabschluss oft der erste Kontakt zur Marke.” Lucas Raggi, Direktor für Forschung und Entwicklung, ergänzt: „Diese Kunden haben unsere Modelle von den 1920ern bis in die 1960er hinein für sich entdeckt, sie stammen somit aus einer Zeit, in der wir sehr viel gemacht haben, aber noch keine Royal Oak.”

Im oberen Fenster der Uhr springt die Stundenanzeige weiter, während im unteren die Minuten angezeigt werden.

Auch um den Erwartungen dieser Generation gerecht zu werden, wurde nun die „Neo Frame Springende Stunde” (63.800 Euro) lanciert, die der Anfang einer neuen Kollektion sein soll: Sie ist von der Referenz 1271 aus dem Jahr 1929 inspiriert, dabei aber technisch und ästhetisch klar ein Produkt des 21. Jahrhunderts. Letztlich: Neo-Art-déco statt Faux-Vintage. Sie verzichtet auf Zeiger, stattdessen springt die Stundenanzeige jeweils zur vollen Stunde im oberen Fenster des Zifferblattes weiter, während im unteren die Minuten angezeigt werden. Es ist eine eher ungewöhnliche Darstellung der Zeit, die sich inzwischen aber stark zunehmender Beliebtheit erfreut.

Das eckige Modell mit acht Stufen an den roségoldenen Gehäuseflanken gibt sich betont puristisch, ist dafür in der Konstruktion umso anspruchsvoller: Bei Audemars Piguet entwickelte man auf Basis des für die berühmte „Royal Oak Jumbo” verwendeten Uhrwerks ein neues Kaliber, das die „Springende Stunde” darstellen kann. Die neue Funktion wurde dabei in das Uhrwerk integriert und nicht nur als Modul aufgesetzt – patentiertes Stoßdämpfungssystem inklusive. Das Zifferblatt ist aus schwarz unterlegtem, kratzfestem Saphirglas. Dabei wird der Übergang vom Glas zum schwarzen Armband nicht unterbrochen, was nur möglich ist, weil die Glaskonstruktion samt Uhrwerk vom roségoldenen Gehäuse an den Flanken umarmt und so fixiert wird. Laut Ilaria Resta finden sich inzwischen eine Menge Angehörige der Generation Z in der Kundendatei. Doch auch jene Kunden, die bei der Manufaktur vor allem an die „Royal Oak” denken, sollten bei dieser Neuheit extragenau hinschauen.