Die 15 besten Gin-Cocktails für den Frühling

Vergessen Sie Gin Tonic – wir stellen Ihnen 15 erfrischende Cocktail-Kreationen vor, die perfekt zur warmen Jahreszeit passen.
Text Jason O'Bryan & Jeremy Repanich

Wenn eine Spirituose wie für den Frühling gemacht ist, dann definitiv Gin. Seine floralen Noten sind die perfekte Basis für die spritzigen Cocktails, auf die man Lust bekommt, sobald die Sonne sich abends wieder etwas länger blicken lässt. In den letzten sechs Jahren haben wir uns intensiv durch die Welt der Cocktails probiert. Dabei hat Mixologe Jason O’Bryan – heute Chef-Bartender im Drei-Sterne-Restaurant Addison – eine beeindruckende Sammlung der besten Rezepte zusammengestellt. Wir haben uns die Hintergründe, die Barkeeper und die Bars angeschaut, die aus den klassischen Cocktails unzählige neue Varianten entwickelt haben. Und pünktlich zum Frühjahr landen wir immer wieder beim Gin – meistens als erfrischender Sour oder Fizz, der die Kräuternoten der Spirituose voll zur Geltung bringt. Hier sind die 15 besten Gin-Cocktails für den Frühling.

1

Gin-Gin Mule

Um die Jahrtausendwende befand sich Wodka auf dem Zenit seiner kulturellen Macht. Bereits 1967 hatte Wodka den Gin in der Popularität überholt, doch um das Jahr 2000 herum hatte er ihn fast vollständig verdrängt – wie Claudius den König Hamlet: Er besetzte seine Position, heiratete seine Frau und riss seine Ländereien an sich. Cocktails wie der Gimlet, die lange als Gin-Klassiker galten, wurden standardmäßig als Wodka-Drinks serviert. Das passierte ständig: Wodka French 75, Wodka Tonic, Wodka Collins. Sogar der mächtige Martini, eigentlich das unantastbare Hoheitsgebiet des Gins, wurde so sehr vom Wodka vereinnahmt, dass es für viele heute noch als überraschendes Partywissen gilt, dass der Martini in den ersten 50 Jahren seiner Existenz ausschließlich mit Gin gemixt wurde.

Genau in dieser Zeit begann Audrey Saunders, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Saunders war eine der ersten und talentiertesten Pionierinnen der Mixologie-Renaissance. Im Jahr 2000 arbeitete sie im Beacon und begann, Gin fast schon als eine Art Mission zu betrachten. Sie wollte schlichtweg die bestmöglichen Drinks kreieren – und das bedeutet oft: Gin. Denn Gin ist eine Spirituose, die förmlich für Cocktails geschaffen wurde.

Inspiriert von einem echten Mojito, kombinierte sie frische Minze, die hervorragend mit der natürlichen Kräuternote des Gins harmoniert. Limette und Zuckersirup lieferten das ausgewogene Spiel zwischen Säure und Süße, das man von einem guten Gimlet kennt. Ein Schuss hausgemachtes Ginger Beer brachte eine Schärfe ins Spiel, die am Gaumen nachhallt – ein überzeugendes Plädoyer für Cocktails aus frischen Zutaten.

Der Drink wurde natürlich ein Erfolg. Sie nahm das Rezept von Bar zu Bar mit, bis sie 2005 ihren eigenen, revolutionären Pegu Club eröffnete, wo der Gin-Gin Mule fest auf der Karte stand. Er bekehrte Wodka-Liebhaber in Scharen. Und das war auch nötig: Als der Pegu Club eröffnete, gab es im gesamten Gebäude keine einzige Flasche Wodka.

Das Rezept für den Gin-Gin Mule

  • 60 ml Gin 
  • 22,5 ml frischer Limettensaft 
  • 22,5 ml Ingwersirup 
  • 60–90 ml Soda 
  • 6–8 Blätter frische Minze

Minze, Gin, Limettensaft und Ingwersirup in einen Cocktailshaker auf Eis geben und sechs bis acht Sekunden lang kräftig schütteln. Durch ein feines Sieb in ein hohes Glas auf frisches Eis abseihen, mit Soda auffüllen und mit einem Minzzweig garnieren.

2

Stork Club

Was macht einen Stork Club aus? Man könnte sagen: Das ist Orangensaft im Smoking. Der Drink ist fruchtig und erfrischend, mit einer feinen Säure und einer angenehmen Tiefe. Die Barwelt ist voll von Orangen-Cocktails, die man heute eher mit einem Augenzwinkern bestellt: der aus der Mode gekommene Bronx, der schräge Harvey Wallbanger, der eigenwillige Blood and Sand oder der banale Screwdriver. Sie alle haben ihre Geschichte, wirken aber oft ein wenig aus der Zeit gefallen.

Der Stork Club hingegen spielt in einer ganz anderen Liga. Er präsentiert die sommerlichen Seiten der Orange auf eine so elegante Art, dass man eben nicht an verstaubte Fotobücher oder die Küche der Großeltern denkt.

Das Rezept für den Stork Club

  • 30 ml Gin 
  • 30 ml Cointreau 
  • 45 ml Orangensaft 
  • 15 ml Limettensaft 
  • 1 Spritzer Angostura Bitters (optional)

Alle Zutaten mit Eis in einen Shaker geben. Etwa acht bis zehn Sekunden ordentlich schütteln und in eine Cocktailschale abseihen. Mit einer Orangenzeste garnieren.

3

Enzoni

Der Enzoni ist ein fantastischer Drink für die ersten Sonnentage. Er ist lebendig und erfrischend, mit einem gelungenen Zusammenspiel aus bitteren und süßen Noten. Was ihn aber wirklich auszeichnet, ist seine saftige Frische.

Dabei sind Weintrauben in Cocktails immer eine Herausforderung. Oft denkt man, sie würden in jedem Drink funktionieren, aber das stimmt nicht. In Cocktails sind sie meist überraschend dezent: Sie geben dem Drink zwar Struktur und Frische, gehen geschmacklich aber oft unter und machen das Gesamtbild eher unruhig. Kurz gesagt: Sie sind nicht markant genug, um den Ton anzugeben, aber zu präsent, um dezent im Hintergrund zu bleiben. Der Enzoni bildet die Ausnahme: Er ist ausdrucksstark, findet aber erst durch die Trauben zu seiner vollendeten Balance. Sie geben ihm genau die Textur, die ihm sonst fehlen würde.

Das Rezept für den Enzoni

  • 30 ml Gin 
  • 30 ml Campari 
  • 22,5 ml Zitronensaft 
  • 15 ml Zuckersirup 
  • 5–6 grüne Weintrauben 
  • Eine kleine Prise Salz (optional)

Die Weintrauben im Shaker mit einem Mörser kurz andrücken. Die Schalen sollen lediglich aufbrechen, um den Saft freizusetzen – die Früchte dürfen nicht zu einem Brei zerstoßen werden. Die restlichen Zutaten auf Eis hinzufügen und sechs bis acht Sekunden kräftig schütteln. In einen Tumbler auf frisches Eis abseihen. Mit Weintrauben am Spieß und, nach Belieben, einer Orangenscheibe garnieren.

4

Army & Navy

Wie wir heute wissen, ist der Army & Navy im Grunde ein Gin Sour: Eine ordentliche Portion Gin trifft auf frischen Zitronensaft, dessen Säure durch süßen Mandelsirup aufgefangen und mit ein paar Spritzern Angostura Bitters verfeinert wird. Der Mandelsirup sorgt für eine cremige Textur, ohne dabei schwer zu wirken. Der Cocktail bleibt spritzig und frisch, mit leichten Kiefern- und Blütennoten. Für mich fängt dieser Drink das Gefühl der ersten Knospen im Jahr perfekt ein – und ist damit der ideale Begleiter für warme Frühlingstage.

Das Rezept für den Army & Navy

  • 60 ml Gin 
  • 22,5 ml Zitronensaft 
  • 22,5 ml Mandelsirup
  • 2 Spritzer Angostura Bitters

Alle Zutaten in einen Cocktailshaker geben, Eis hinzufügen und acht bis zehn Sekunden lang kräftig schütteln. In eine Cocktailschale oder ein Coupé-Glas abseihen. Mit einer Zitronenzeste, einer Zitronenscheibe oder auch ganz ohne Garnitur servieren.

5

Fort Tilden Cooler

Barkeeper Andrew Rice aus dem New Yorker Attaboy hat sich für diesen Drink das Grundrezept des Tom Collins vorgeknöpft – Gin, Zitronensaft, Zucker und Soda. Ein Klassiker, der an sich schon die Definition von Erfrischung ist. Rice hat dieses bewährte Rezept auf zwei clevere Arten abgewandelt: Zuerst hat er die Hälfte des Gins durch Fino Sherry ersetzt. Dieser feine, leicht nussige Südwein aus Spanien sorgt dafür, dass der Drink insgesamt leichter wird, aber gleichzeitig an Komplexität gewinnt.

Passend dazu hat Rice dem Ganzen mit ein paar Spritzern Absinth eine würzige Note verliehen. Dessen intensive Kräuteraromen gleichen die Leichtigkeit des Sherrys perfekt aus. Das Ergebnis ist der Fort Tilden Cooler – ein eiskalter, herrlich erfrischender Drink. Er ist zwar alkoholärmer als das Original, schmeckt aber keineswegs wässrig.

Das Rezept für den Fort Tilden Cooler

  • 30 ml Gin 
  • 30 ml Fino oder Manzanilla Sherry 
  • 22,5 ml Zitronensaft 
  • 22,5 ml Zuckersirup 
  • 2–3 Spritzer Absinth 
  • 60–90 ml Sodawasser

Alle Zutaten außer dem Sodawasser mit Eis in einen Shaker geben. Den Shaker schließen und acht bis zehn Sekunden lang kräftig schütteln. In ein hohes Glas auf frisches Eis abseihen, mit Soda auffüllen und mit einer Grapefruitzeste garnieren.

6

Bramble

Der Bramble ist wie gemacht für den Frühling. Sobald die Tage länger werden und die Sonne wieder mehr Kraft hat, rückt dieser Drink fast wie von selbst wieder in unser Bewusstsein. Die britische Bar-Legende Dick Bradsell hat ihn in den 1980er-Jahren kreiert – inspiriert, wie er später sagte, von den frischen Brombeeren seiner Kindheit auf der Isle of Wight. Der Drink ist spritzig, klar und frisch: im Grunde ein Gin Sour, der durch einen Schuss Brombeerlikör eine fruchtige Tiefe bekommt und auf Crushed Ice besonders gut zur Geltung kommt.

Das Rezept für den Bramble

  • 60 ml Gin 
  • 22,5 ml Zitronensaft 
  • 15 ml Zuckersirup 
  • 10–15 ml Brombeerlikör (Crème de Mûre), je nach Geschmack

Gin, Zitronensaft und Zuckersirup zusammen mit einer Handvoll Crushed Ice in den Shaker geben. Kurz schütteln, um die Zutaten zu mixen, und dann den gesamten Inhalt in einen Tumbler geben. Mit frischem Crushed Ice auffüllen und den Brombeerlikör vorsichtig darüberträufeln. Mit einer Zitronenscheibe und einer Brombeere garnieren.

7

Eastside Rickey

Manchmal ist ein Wodka Soda genau das, was man braucht – und das ist auch völlig in Ordnung. Aber man neigt dazu, immer wieder beim gleichen Cocktail hängen zu bleiben, gerade wenn man seine Komfortzone ungern verlässt. Es gibt jedoch einen Gin-Cocktail, der auch treue Wodka-Fans sofort überzeugt: den Eastside Rickey. Die Kombination aus Gin, Limette, Gurke und Minze ist so ziemlich das Erfrischendste, was man im Glas haben kann. Wenn dann noch spritziges Sodawasser dazu kommt, wird man den Wodka Soda so schnell nicht mehr vermissen.

Das Rezept für den Eastside Rickey

  • 60 ml London Dry Gin (z. B. Beefeater) 
  • 22,5 ml Limettensaft 
  • 22,5 ml Zuckersirup 
  • 3 Scheiben Gurke 
  • 6–8 Blätter Minze 
  • 90–120 ml Sodawasser

Gurke und Minze mit dem Zuckersirup im Shaker kurz andrücken. Gin und Limettensaft hinzufügen, mit Eis auffüllen und etwa acht bis zehn Sekunden kräftig schütteln. In ein hohes Glas auf frisches Eis abseihen, mit Sodawasser auffüllen und vorsichtig umrühren. Mit einer Gurkenscheibe oder einem Minzzweig garnieren.

8

White Lady

Um die Entstehungsgeschichte der White Lady gibt es einige eher trockene Debatten, die wir Ihnen an dieser Stelle ersparen. Fest steht: Ihre heutige Form fand sie im wegweisenden Savoy Cocktail Book von 1930. Im Laufe des darauffolgenden Jahrzehnts begannen die ersten Barkeeper damit, Eiweiß hinzuzufügen – eine Variante, die auch heute noch weit verbreitet ist. Wir halten uns jedoch lieber an das Rezept der japanischen Bar-Legende Hidetsugu Ueno, der für seine perfekt ausbalancierte Interpretation ganz bewusst auf das Eiweiß verzichtet.

Das Rezept für die White Lady

  • 45 ml Gin
  • 22,5 ml Zitronensaft 
  • 35 ml Cointreau

Alle Zutaten mit Eis in einen Shaker geben und etwa acht bis zehn Sekunden lang besonders kräftig schütteln. Ohne das Eis in eine vorgekühlte Cocktailschale oder ein Martini-Glas abseihen und mit einer Orangenzeste garnieren.

9

French 75

Bevor Gin und Champagner den Namen übernahmen, war die French 75 ein berüchtigtes Feldgeschütz der Franzosen im Ersten Weltkrieg. Was den Cocktail betrifft, so hatte er in seiner ursprünglichen Form – ein hochprozentiger Drink, der mit einem halben Glas Wein aufgefüllt wurde – definitiv genug Schlagkraft, um seinem Namen alle Ehre zu machen.

Das erste überlieferte Rezept unterscheidet sich allerdings deutlich von dem, was wir heute kennen. Lange Zeit wurde der French 75 nämlich auf Eis im hohen Glas serviert. Im Grunde war er ein Tom Collins, bei dem man das Soda einfach durch Schaumwein ersetzte. In der modernen Version trinkt man ihn heute eher klassisch in der Flöte und ohne Eis.

Der moderne French 75

  • 30 ml Beefeater London Dry Gin 
  • 15 ml Zitronensaft 
  • 15 ml Zuckersirup 
  • 90 ml Champagner

Die ersten drei Zutaten auf Eis schütteln. In eine vorgekühlte Sektflöte abseihen und mit etwa 90 ml gut gekühltem Champagner auffüllen.

Der klassische French 75

  • 30 ml Beefeater London Dry Gin 
  • 22,5 ml Zitronensaft 
  • 22,5 ml Zuckersirup 
  • 90 ml Schaumwein

Die ersten drei Zutaten auf Eis schütteln. In ein hohes Glas auf frisches Eis abseihen und mit etwa 90 ml Schaumwein auffüllen.

10

Bee's Knees

Der Bee’s Knees – eine Kombination aus Gin, Zitrone und Honig – ist ein wunderbar unkomplizierter Drink mit einer spannenden Geschichte. Er entstand im Paris der 1920er-Jahre und geht auf keine Geringere als Molly Brown zurück. Die berühmte Titanic-Überlebende war nicht nur eine engagierte Aktivistin und Frauenrechtlerin, sondern auch eine feste Größe in der Pariser Gesellschaft. Unten zeigen wir Ihnen das klassische Rezept, aber der Bee’s Knees ist auch ein hervorragender Ausgangspunkt für eigene Variationen.

Das Rezept für den Bee's Knees

  • 60 ml Gin 
  • 22,5 ml Zitronensaft 
  • 22,5 ml Honigsirup (je nach Geschmack)

Alle Zutaten mit Eis in einen Shaker geben und etwa 10 bis 12 Sekunden lang kräftig schütteln. In eine Cocktailschale oder ein Martini-Glas abseihen. Mit einer Zitronenzeste, einer Zitronenscheibe oder ganz schlicht ohne Garnitur servieren.

11

Clover Club

Man könnte wochenlang nichts anderes trinken als verschiedene Gin-Sour-Varianten, aber ob man dabei etwas Besseres findet als den Clover Club, ist fraglich. In seiner 120-jährigen Geschichte wurde dieser Drink – im Grunde ein Gin Sour, verfeinert mit frischen Himbeeren und durch Eiweiß seidig-glatt geschüttelt – erst gefeiert, dann verschmäht, schließlich vergessen und ist nun endlich wieder ganz oben angekommen. Was der Drink mit Oscar Wilde zu tun hat, lässt sich an anderer Stelle nachlesen; man kann es aber auch wie der Dichter William Butler Yeats halten: Der war nach der Entdeckung des Rezepts so begeistert, dass er sich direkt drei Gläser davon zubereitete.

Das Rezept für den Clover Club

  • 60 ml Gin (Hendrick’s passt hier ideal) 
  • 22,5 ml Zitronensaft 
  • 22,5 ml Zuckersirup 
  • 3–5 frische Himbeeren 
  • 1 Eiweiß

Alle Zutaten in den Shaker geben. Zuerst etwa fünf Sekunden lang ohne Eis schütteln („Dry Shake“), um das Eiweiß schaumig zu schlagen. Dann Eis hinzufügen, den Shaker fest verschließen und 10 bis 12 Sekunden lang kräftig schütteln. In eine Cocktailschale oder ein Martini-Glas abseihen. Eine Zitronenzeste über dem Schaum ausdrücken (für das Aroma) und danach entsorgen. Mit ein bis drei Himbeeren an einem Spieß garnieren.

12

Corpse Reviver No. 2

In seinem legendären Savoy Cocktail Book von 1930 führt Harry Craddock gleich zwei Rezepte für den Corpse Reviver auf. Die Nummer eins ist im Grunde ein Brandy Manhattan, den Craddock ausdrücklich für die Zeit „vor 11 Uhr morgens“ empfiehlt. Das ist so skurril und wirkt als Start in den Tag so deplatziert, dass man fast am Fachverstand des gesamten Buches zweifeln möchte. Doch dann blättert man eine Seite weiter zur Nummer zwei – und der Glaube ist sofort wiederhergestellt. Es ist der vielleicht beste Brunch-Cocktail, der je erfunden wurde.

Der Corpse Reviver No. 2 besteht zu gleichen Teilen aus Gin, Zitrone, Cointreau und Lillet Blanc, abgerundet mit ein paar Spritzern Absinth. Er ist spritzig, klar und herrlich unkompliziert, hat aber gleichzeitig eine feine Kräuternote und Tiefe. Die Zutaten greifen so perfekt ineinander wie ein eingespieltes Jazz-Quartett. Da Cointreau ordentlich Umdrehungen hat, ist der Drink zwar trügerisch stark, wirkt aber nie zu schwer. Es ist einer dieser Cocktails, die man immer wieder bestellt, weil man mit jedem Schluck etwas Neues entdeckt.

Das Rezept für den Corpse Reviver No. 2

  • 22,5 ml London Dry Gin 
  • 22,5 ml Zitronensaft 
  • 22,5 ml Lillet Blanc 
  • 22,5 ml Cointreau 
  • 3 Spritzer Absinth

Alle Zutaten in den Shaker geben und 10 bis 12 Sekunden lang auf Eis schütteln. In eine Cocktailschale oder ein Martini-Glas abseihen und mit einer Orangenzeste garnieren.

13

Last Word

Bei diesem Drink werden alle Zutaten zu exakt gleichen Teilen gemischt – aber lassen Sie sich von der einfachen Formel nicht täuschen, denn er hat es in sich. Der Last Word wurde schon 1916 im Detroit Athletic Club erfunden, war dann aber lange Zeit komplett von der Bildfläche verschwunden. Erst 2003 holte ihn der legendäre Barkeeper Murray Stenson im Seattler Zig Zag Café aus der Versenkung.

Das Rezept für den Last Word

  • 22,5 ml Gin 
  • 22,5 ml Maraschino-Likör 
  • 22,5 ml Chartreuse Verte (grün) 
  • 22,5 ml Limettensaft

Alle Zutaten in den Shaker geben und auf Eis besonders lang und kräftig schütteln – ruhig 12 bis 15 Sekunden. Das ist länger als bei den meisten anderen Drinks, aber das zusätzliche Schmelzwasser tut dem Last Word extrem gut und lässt ihn runder schmecken. In eine Cocktailschale abseihen und mit einer Maraschino-Kirsche, einer Limettenscheibe oder auch ganz ohne Garnitur servieren.

14

Gimlet

Der Gimlet ist ein echter Klassiker, der seinen Ursprung nicht etwa in einer eleganten Bar, sondern auf hoher See hat. Zumindest indirekt: Die britische Marine hatte lange mit Skorbut zu kämpfen, bis Lauchlan Rose einen Weg fand, Limettensaft mit Zucker haltbar zu machen – das war die Geburtsstunde des Rose’s Lime Cordial. Während die einfachen Matrosen die Mischung mit ihrer Rum-Ration tranken, bestanden die Offiziere auf britischen Gin. Gin mit Limettencordial – das ist der Gimlet.

Obwohl der Drink auf dem Papier nur aus zwei Zutaten besteht, steht und fällt er mit der Qualität des Cordials. Den industriell gefertigten Limettensaft aus dem Supermarkt sollten Sie lieber links liegen lassen und stattdessen auf eine selbstgemachte Variante setzen. 

Das Rezept für den Gimlet

  • 60 ml Gin 
  • 35 ml Limettencordial (selbstgemacht)

Beide Zutaten mit Eis in einen Shaker geben und etwa 10 bis 12 Sekunden lang kräftig schütteln. Entweder ohne Eis in ein Cocktailglas abseihen oder auf frischem Eis in einem Tumbler servieren. Mit einer Limettenscheibe oder -zeste garnieren.

Das Rezept für den Cordial

  • 225 g weißer Zucker 
  • 225 ml warmes oder heißes Wasser 
  • 45 ml frischer Limettensaft 
  • Zeste von 2 mittleren oder einer großen Limette 
  • 30 g Zitronensäure (in Pulverform)

Die Limetten abreiben und die Zesten zusammen mit dem frisch gepressten Saft in einen Standmixer geben. Zucker, Wasser und die Zitronensäure hinzufügen. Alles auf mittlerer Stufe etwa 30 Sekunden lang gut durchmixen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Die Mischung durch ein feines Sieb abseihen, um die Zesten zu entfernen. Den Cordial in eine Flasche füllen und im Kühlschrank aufbewahren – oder direkt für den ersten Cocktail verwenden.

15

Tom Collins

Der Tom Collins ist ein echter Urgestein der Bar-Geschichte. Er entstand irgendwann im 19. Jahrhundert – wann genau, lässt sich heute kaum noch sagen – und wurde so richtig populär, als Wasser mit Kohlensäure überall verfügbar wurde. Obwohl er ein absoluter Klassiker ist (ihm wurde sogar ein eigenes Glas gewidmet), gerät er heutzutage oft ein wenig in Vergessenheit. Völlig zu Unrecht: Im Grunde ist er ein Gin Sour, der mit Soda aufgefüllt wird – ein herrlich schlichter und erfrischender Drink.

Das Rezept für den Tom Collins

  • 60 ml Gin 
  • 22,5 ml Zitronensaft 
  • 22,5 ml Zuckersirup 
  • 90–120 ml Sodawasser

Gin, Zitronensaft und Zuckersirup mit Eis in einen Shaker geben und fünf bis acht Sekunden lang kräftig schütteln. In ein hohes Glas auf frisches Eis abseihen, mit Soda auffüllen und kurz umrühren, damit sich alles schön verbindet. Mit einer Orangenscheibe und einer Kirsche garnieren, falls Sie welche zur Hand haben.