Lust auf eine Auszeit in den Bergen? 5 Hotels, die eine Reise wert sind

Von frisch renovierten Berghotels zu modern gedachten Neueröffnungen: Fünf spannende Adressen in den Alpen und wieso sich ein Besuch gerade jetzt lohnt.
Text Anna Walter
1

Haus W

Zug, Österreich

Als Architekt weiß Gerold Schneider, welche Wirkung Räume auf Menschen haben – vielleicht macht ihn gerade das zu einem exzellenten Gastgeber. Gemeinsam mit seiner Frau Katia führt er das Hotel Almhof in Lech. Im Nachbardorf hat das Ehepaar nun ein Walserhaus aus dem 16. Jahrhundert zum stilvollen Chalet umgebaut. Drei Jahre dauerte die Renovierung des Haus W, bei der ausschließlich traditionelle Materialien verwendet wurden. Während im historischen Trakt niedrige Decken, kleine Fenster und dunkle Holzbalken den ursprünglichen Charakter wahren, bringt der neue Anbau Leichtigkeit. Zu einem Aufenthalt gehört auch die Begegnung mit Kunst, die wie selbstverständlich auf dem Hotelgelände platziert wurde. Bis Mitte April 2026 kann man etwa die Ausstellung „Provenance“ sehen, die Kunstwerke und Möbelstücke aus dem 20. Jahrhundert umfasst – darunter ein seltener Tisch von Le Corbusier, der im Haus W ausgestellt ist. 

2

Rosewood Courchevel Le Jardin Alpin

Courchevel, Frankreich

In Courchevel wird Luxus buchstäblich auf die Spitze getrieben: Wer im Altiport auf über 2000 Metern Höhe landet, kann von seinem Privatjet direkt auf die Piste. In keinem anderen Skigebiet  der Welt ist die Dichte an Sternerestaurants und Luxushotels so hoch wie hier. Die jüngste Ergänzung bildet das Rosewood Courchevel Le Jardin Alpin, das im Dezember 2025 erstmals seine Türen öffnete. Dass man sich dort mehr wie in einem Chalet als in einem Hotel fühlt, ist Tristan Auer zu verdanken. Der französische Innenarchitekt vereint in den 51 Zimmern alpines Handwerk mit zeitgenössischem Design. So findet man in den Penthouse-Suiten gemütliche Holzdecken und knisternde Kamine, während im Eingangsbereich kristalline Skulpturen von Ólafur Elíasson leuchten.

3

Aman Rosa Alpina

San Cassiano, Italien

Japanischen Minimalismus findet man seit vergangenem Jahr auch in Südtirol: Das familiengeführte Hotel Rosa Alpina im Bergdorf San Cassiano wurde von Aman übernommen und nach einer umfassenden Renovierung wiedereröffnet. Seither fügen sich cremefarbene Textilien, helle Holzverkleidungen und schwarze Metallelemente zu genau der zurückhaltenden Ästhetik zusammen, die für die Hotelgruppe so typisch ist. Alle 51 Zimmer und Suiten sind mit einem eigenen Kamin ausgestattet und öffnen sich zu den umliegenden Kiefernwäldern. Wer im dampfenden Infinity-Pool seine Bahnen zieht, blickt dabei auf die dramatisch geformten Gipfel der Dolomiten. Am Abend können die Gäste zwischen italienischen Grillspezialitäten oder Shabu Shabu, einem traditionellen Hot-Pot-Gericht aus Japan, wählen.

4

Castel Badia

San Lorenzo di Sebato, Italien

Einst als Adelssitz errichtet und später in ein Benediktinerinnenkloster verwandelt, thront das Castel Badia auf einem Hügel im Pulsertal. Seit kurzem beherbergt die Festung aus dem 11. Jahrhundert ein Luxushotel, das die denkmalgeschützten Mauern in die Gegenwart führt. Antike Steinmetzarbeiten und Originalfresken werden nun von Samtsofas und Wollteppichen ergänzt und im ehemaligen Zimmer der Äbtissin befindet sich heute ein Gourmetrestaurant. Rund um das Schloss verteilen sich 17 Gärten – darunter ein Apothekengarten mit Heilkräutern, die bei Spa-Behandlungen zum Einsatz kommen. Am westlichen Rand stehen außerdem die Überreste der St.-Gotthard-Kapelle, die ein deutsches Künstlerduo neu interpretiert hat.

5

Kulm Hotel

Sankt Moritz, Schweiz

Der Charme von Grandhotels besteht im Allgemeinen darin, dass sie einem das Gefühl vermitteln, die Zeit sei stehen geblieben. Doch manche Häuser werden trotz aller Tradition nicht müde, sich neu zu erfinden. Ein gutes Beispiel ist das Kulm in Sankt Moritz, das auf eine 170-jährige Geschichte zurückblickt. Über die Jahre war das Hotel immer wieder Schauplatz für Innovation: Einen ehemaligen Olympiapavillon verwandelte man in einen Country Club und die Alpine Sports Lounge im Erdgeschoss wurde jüngst von Norman Foster gestaltet. Einen Grund, das Kulm gerade jetzt zu besuchen, findet man auf der Eisbahn direkt vor dem Gebäude. Dort hat der Künstler Carsten Höller sein „Pink Mirror Carousel“ aufgebaut, auf dem selbst erwachsene Gäste mit kindlichem Vergnügen Karussell fahren.