Daddy cool: Wie ein Aston Martin Kinderträume wahr werden lässt

Manchmal ist das kleine Glück nur einen kurzen Anruf entfernt – und sorgt womöglich für eine frühkindliche Prägung mit britischen Wurzeln. Nämlich dann, wenn Daddy den Nachwuchs mit einem Aston Martin Vantage Roadster aus der Kita abholt.
Text Tim Gutke
Ein Vater, ein Aston Martin, eine Mission: Dem Nachwuchs den Traum vom Rennwagen erfüllen.

Ein Ausspruch, den mein Vater oft verwendet, hat auch in meinem aktiven Sprachgebrauch einen festen Platz gefunden. „Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat”. Ich beginne mit diesem Satz, weil er am Anfang einer kleinen Familien-Geschichte steht. Mein Sohn ist etwas älter als drei Jahre und seitdem er sprechen kann (noch bevor er seine ersten Schritte tat), sind zwei Wörter immer wiederkehrend: „Rennauto” und „schneller”. Und bis heute wird eigentlich nur in drei Kategorien von Fahrzeugen unterschieden: „Langsam”, „LKW” und „Rennauto”. Als guter Vater habe ich vieles versucht, diese Sicht auf die mobile Welt etwas differenzierter zu formen, vergeblich. Wenn wir also mit unserem Lastenfahrrad über die Kopfsteinpflasterstraßen von Berlins Charlottenburg rattern, höre ich oft die Frage meines Sohnes aus der Sitzschale. „Warum haben wir kein Rennauto?” Ja, warum eigentlich nicht? 

Mit dem Vantage Roadster zur Kita

Der erste Stop meiner Testfahrt mit dem Aston Martin Vantage Roadster? Die Kita meines Sohnes.

Der neue Aston Martin Vantage Roadster ist ohne Zweifel ein Rennauto. Unter seiner Haube steckt ein Twin-Turbo-V8 mit 4 Litern Hubraum und leistet 665 PS. Die Höchstgeschwindigkeit von 325 Stundenkilometern ist beeindruckend und in nur 3,6 Sekunden sprintet er auf 100 km/h. Fantastisch ist: er ist ein Cabrio. Aber das Beste: er ist verfügbar. Und zwar deshalb, weil Beziehungen eben nur dem schaden, der sie nicht hat. Ein Anruf bei der Pressestelle von Aston Martin und zwei Tage später steht der Wagen für mich zur Abholung bereit. Das Lackkleid in einem zauberhaften Graugrün schimmert in der Sonne, die neongelben Zierleisten wirken fast kindgerecht. 

Da ich den Wagen nur wenige Stunden zur Testfahrt haben kann, führt mich der direkte Weg zur Kita. Als ich in die nur 100 Meter kurze Sackgasse einbiege, kündigt der V8-Motor mein Kommen bereits akustisch an. Im Standgas rolle ich an der Panoramascheibe der Kita vorbei – und schaue direkt in die Augen meines Sohnes. Viele Kinder hat das Brummen des Motors an das Fenster gelockt. Was ich sehe: Begeisterung. Pure kindliche Freude. Schaut her, denke ich, Daddy cool ist da. Zugegeben: Über den pädagogischen Wert meines Auftritts hatte ich nicht eine Sekunde nachgedacht – aber der Blick der Betreuerin ist vieldeutig. Ein Gedanke schießt mir durch den Kopf: Verschiebe ich hier gerade mit 835 PS massiv den Wert von Werten? Einen Augenblick später kommt mein Sohn mir lachend entgegengelaufen. „Rennauto, endlich ein Rennauto”, ruft er. Gedanke verloren. 

V8-Erlebnis für die nächste Generation

Ein Ausflug fürs Familienalbum: Der Klang des V12-Motors löst bei uns beiden Begeisterung aus.

Mit einer gekonnten Bewegung, als sei es nie anders gewesen, schleudert er seinen kleinen, blauweißen Rucksack in den Kofferraum. Ich versuche in wenigen Sätzen zu erklären, dass ich mir den Wagen nur ausgeliehen habe und wir ihn später zurückgeben müssen. Ein skeptischer Blick: „Aber erst sehr spät, oder?” Nachdem der Aston Martin ausgiebig begutachtet und für „schnell” genug befunden wurde, soll es direkt losgehen. „Lass uns Mama abholen”, sagt er. Nachdem ich ihm erklärt habe, dass es sich hier um einen Zweisitzer und damit um einen echten Rennwagen handelt, wird aus der anfänglichen Enttäuschung pure Begeisterung. „Dann eben ohne Mama.” Die Ausfahrt durch die breiten Altbaustraßen der Hauptstadt ist mit dem offenen Dach ein Klangvergnügen – für ihn und mich. Vater, Sohn und Aston Martin, ein Trio fürs Fotobuch.

Ich sehe die kleinen Finger über das Leder gleiten und an den Knöpfen der Mittelkonsole spielen. Die Sitzerhöhung macht es möglich, dass er aus dem Beifahrerfenster nach draußen schauen kann. „Schneller”, ruft er, „schneller, Papa”. Und da ich meinem Sohn kaum einen Wunsch abschlagen kann, trete ich beherzt auf das Gaspedal. Der Aston Martin schiebt gewaltig nach vorne – ein Antritt wie bei einem Raketenstart. Ich schaue zum Beifahrersitz, wir haben uns beide offensichtlich etwas erschrocken. Dann: lautes Lachen. Wir teilen uns noch das Hasenbrot, das vom Kita-Ausflug übriggeblieben ist, dann muss der Wagen zurück. Die Fahrt führt durch den Abendverkehr der Hauptstadt. Nach einer Weile des nachdenklichen Schweigens schaut mich der Nachwuchs an und teilt seine Erkenntnis der Ausfahrt mit mir. „Wir sollten den Rennwagen behalten”, sagt er. „Ja, sollten wir”, antworte ich. Und die Antwort auf die Frage, woher wir die 209.000 Euro nehmen, bekomme ich direkt nachgeliefert. „Weißt du, Papa?! Wir verkaufen den alten Audi und das Fahrrad dafür.” „Ja”, sage ich, „das sollten wir tun.”