So vereint Piaget Gegensätze

Bei Piaget hängt das Geschichtenerzählen immer auch mit der eigenen Historie zusammen. Nachdem die Entwürfe der Marke in den vergangenen Jahrzehnten vor allem von den Farben und Formen der 1970er-Jahre geprägt waren, finden nun erstmals auch grafische Anklänge des Memphis-Designs der 1980er-Jahre ihren Weg in die Kollektion. Nostalgie ist dabei nicht das Ziel: »Das kulturelle Erbe sollte ein Kompass sein, kein Gefängnis«, sagt Jean-Bernard Forot, Head of Patrimony bei Piaget.
Farben sind das Markenzeichen von Piaget

Das Archiv diene Designern und Kunsthandwerkern deshalb auch nicht als Museum, sondern als Werkzeug zur zeitgemäßen Interpretation des Piaget-Stils, der immer auch davon lebt, Gegensätze zu verschmelzen: die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart, aus Uhrmacherhandwerk und Juwelierkunst, aus der französischen Côte d’Azur, die für Inspiration sorgt, und dem Schweizer La Côte-aux-Fées, der Heimat von Piaget.
Dieser Geist prägt das Haus seit 1874. Aus der Uhrenmanufaktur von Georges-Édouard Piaget entwickelte sich unter seinem Enkel Valentin Piaget eine der markantesten Designsprachen der Haute Joaillerie. Das ultraflache Kaliber »9P« mit Handaufzug von 1957 schuf den Raum dafür: Schmucksteine wurden zu Zifferblättern, Gold zum Gestaltungsmittel, Farbe zum Markenzeichen. Valentin Piaget etablierte zudem die mittlerweile für das Haus ikonische Uhr an der Halskette sowie die »Cuff Watch« in Gestalt eines Armreifs. Die 1969 lancierte »21st Century Collection« brachte schließlich das Flair der Côte d’Azur und den Esprit der Haute Couture in die Welt der feinen Uhren und des Schmucks.
Neue Kollektion richtet sich an Männer
Heute schreibt »Colours of Extraleganza« diese Geschichte mit organischen Formen, asymmetrischen Designs und Edelsteinkombinationen fort. Dass Piaget sich mit der Kollektion nun auch einem männlichen Publikum zuwendet, ist laut Jean-Bernard Forot eine Rückkehr zu einer alten Idee: »Wir entdecken heute eine Freiheit des Mannes wieder, die wir früher bereits gefeiert haben.« Damals entwarf Piaget flamboyante Schmuckuhren für Männer und formulierte damit eine Haltung, die bis heute Bestand hat: High Jewellery sollte nicht nur Ausdruck von Handwerkskunst sein, sondern auch der eigenen Persönlichkeit.








