Hinter diesem Cashmere-Label steckt Brad Pitt

Als Brad Pitt ihr vor sieben Jahren im Traum erscheint, trägt er ein ungewöhnliches Outfit: Er ist von Kopf bis Fuß in grünes Cashmere gehüllt. Auf ihre Frage, ob er damit Golf spielen wolle, erwidert er: »Nein, ich brauche einfach nur mehr Geschmeidigkeit in meinem Leben.« So hört es sich an, wenn sich Sat Hari Khalsa an die Entstehungsgeschichte von God’s True Cashmere erinnert. Wenige Tage später erzählte sie Pitt von ihrem Traum und weckte sofort dessen Interesse. Tatsächlich hatte der Schauspieler seine Stylistin kurz zuvor um ein grünes Cashmere-Hemd gebeten. Ein weiterer Zufall führte die Designerin schließlich zu jenem Produzenten, der in den 1980er-Jahren bereits Cashmere-Jacken für Chanel angefertigt hatte. Sie gab ein grünes Hemd für Pitt in Auftrag – und die Idee zu God’s True Cashmere war geboren.
Elf Edelsteinknöpfe als Markenzeichen

Heute ist die Luxusmarke vor allem für ihre Cashmere-Hemden bekannt, die mal in auffälligen Karomustern, mal in zurückhaltenden Brauntönen daherkommen. Die Designs entwerfen Khalsa und Pitt gemeinsam, gefertigt werden die Kleidungsstücke ausschließlich in Italien. Ihr Markenzeichen? Elf Knöpfe aus Edelsteinen, die in Indien von Hand geschliffen werden. Damit die empfindlichen Steine nicht zerbrechen, sind verschiedene Arbeitsschritte notwendig. Bis ein einzelner Druckknopf fertiggestellt ist, wandert er durch die Hände von vier Kunsthandwerkern. Die Edelsteine wählen die Gründer nach der ihnen zugeschriebenen Bedeutung aus: So steht Amethyst etwa für Schutz, Lapislazuli für Weisheit und Smaragd für Gesundheit.
So arbeiten Khalsa und Brad Pitt zusammen

Der Name God’s True Cashmere nimmt Bezug auf die Gründerin: Sat Hari stammt aus dem Sanskrit und bedeutet »Die Wahrheit Gottes«. Dass er polarisiert, weiß die Amerikanerin, die in Indien aufgewachsen ist. »Immerhin bleibt er in Erinnerung«, sagt Khalsa und lächelt. Die Zusammenarbeit mit Brad Pitt hat das 2019 gegründete Label dagegen zunächst nicht kommuniziert. Eine Celebrity-Brand habe man nie sein wollen, betont sie. Im Gegenteil: Das Produkt solle für sich sprechen. Während sich Khalsa um das Tagesgeschäft kümmert und regelmäßig zu den Produzenten nach Umbrien fliegt, ist Pitt vor allem in den kreativen Prozess involviert. Welche Farbe passt zu welchem Design? Welche Steine sollen an welches Hemd? Dabei sind die beiden nicht immer einer Meinung. »Manchmal gewinnt er, manchmal gewinne ich«, erzählt Khalsa. Sobald ein Sample fertig ist, steht der 62-Jährige Maß und fungiert als Fitting-Model, bevor das Design schließlich in die Produktion geht.
Das Label ist bei deutschen Kunden beliebt
Um seine Kleidungsstücke der Öffentlichkeit vorzustellen, wählt das Label einen ganz eigenen Ansatz: Statt zu einer klassischen Kollektionspräsentation hat man die amerikanische Presse 2024 zu einem Klangbad mit Cashmere-Plaids und Kristallen eingeladen. Bei einem Event, das die Designerin im Oktober 2026 gemeinsam mit dem Luxushändler Mytheresa in München veranstaltete, erhielten die Kunden auf Wunsch ein spirituelles Reading. Neben dem amerikanischen Markt sei God’s True Cashmere vor allem bei deutschen Kunden beliebt, verrät Simon Tweed, der Chief Commercial Officer von Mytheresa, beim Abendessen in München.
Was kostet ein God’s True Cashmere Hemd?
Zum Sortiment der Marke gehören inzwischen auch Jacken, Pullover und Hosen aus Cashmere, die sowohl von Männern als auch von Frauen getragen werden. Für ein dunkelblaues Hemd mit Malachiten zahlt man 2090 Euro, eine cremefarbene Jacke mit Smaragden ist für 6900 Euro zu haben. Die Kollektion wurde 2025 um glänzende Leinenhemden und passende Shorts erweitert. An welchem Produkt sie als Nächstes arbeitet, will Khalsa nicht verraten. Sie wolle etwas umsetzen, das es so noch nicht gebe. Was das sein könnte, steht wohl noch in den Sternen.









