Formel 1 auf dem Wasser

Es war eine schlichte Erkenntnis, die zu dieser Profiliga führte: Weil traditioneller Segelsport für viele Zuschauer schwer verständlich und nicht gerade medientauglich war, riefen Segel-Legende Sir Russell Coutts und Oracle-Gründer Larry Ellison 2018 den SailGP ins Leben. Ihr Ziel war es, eine weltweite Rennserie zu etablieren, deren Kurzkurse direkt vor der Küste großer Metropolen ausgetragen werden. Heute wird die Meisterschaft gerne als „Formel 1 der Meere“ bezeichnet und gilt als eine der technisch fortschrittlichsten der Welt.
Gleiche Voraussetzungen für alle Teams

Gefahren wird auf identischen, rund 15 Meter langen F50-Katamaranen mit Tragflügeln. Anstatt im Wasser zu gleiten, fliegen die High-Tech-Boote über die Wasseroberfläche und erreichen dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h. Weil das Material für alle dreizehn Nationalteams exakt dasselbe ist, entscheidet am Ende nicht die Konstruktion über den Sieg, sondern wie präzise die Crew Hydraulik, Wind und die eigenen Nerven im Griff hat.
Dass Rolex hier als Gründungspartner, Titelsponsor und Zeitgeber auftritt, dürfte kaum überraschen. Schließlich engagiert sich die Schweizer Uhrenmanufaktur seit Jahrzehnten im Segelsport und fühlt sich überall dort Zuhause, wo Menschen unermüdlich nach dem Besten streben. So wird das deutsche Segel-Team etwa von Erik Heil angeführt, der bereits zwei olympische Medaillen gewonnen hat. Namhafte Unterstützung erhält die Crew außerdem durch den vierfachen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel, der vor drei Jahren als Investor eingestiegen ist.
Die Austragungsorte lesen sich wie das Logbuch eines Privatjets: Mit Stopps in Sydney, Dubai, New York und Saint Tropez ist der Wettbewerb auf verschiedene Kontinente verteilt. Über die Saison hinweg sammeln die einzelnen Teams Punkte, bevor im Finale über den Gesamtsieg entschieden wird. Wer das Spektakel aus der Nähe verfolgen möchte, muss dafür nicht zwingend nach Übersee reisen. Am 22. und 23. August 2026 macht die Regattaserie Station in Sassnitz auf Rügen. Kurzentschlossene können live dabei sein, wenn die Teilnehmer beim Germany SailGP gegeneinander antreten.
