Anlegen, bitte! Audemars Piguet macht jetzt Schmuck

Anstelle eines Zifferblatts stehen bei Audemars Piguet nun Diamanten und Saphire im Zentrum. So übersetzt die Schweizer Uhrenmanufaktur ihre ikonischste Uhr in eine Schmucklinie.
Text Ming Liu
Das Collier „Dream of Joux” ist mit 42 tropfenförmigen Diamanten und 1670 blauen Saphiren besetzt.

Schmuck erlebt im Moment einen Höhenflug. Ein Blick auf die Marken, die derzeit das Wachstum bei Richemont und LVMH antreiben, genügt: Van Cleef & Arpels, Cartier, Tiffany & Co. und Bulgari. Es überrascht also kaum, dass nun auch die großen Uhrenmanufakturen ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Genau diesen Weg schlug Audemars Piguet im vergangenen Monat während der Pariser Fashion Week ein, als sie ihre neue Royal Oak Joaillerie vorstellte – eine 19-teilige Kollektion aus Colliers, Ohrringen, Armspangen und Chokern.

Neue Kollektion besteht aus Gold und Titan

Markenzeichen: Das Design der „Risoud Eclipse”-Halskette erinnert an das Armband der Royal Oak.

Die neue Schmucklinie aus Gold und Titan, die mit Edel- und Halbedelsteinen besetzt ist, markiert für Audemars Piguet einen mutigen Vorstoß in den aktuell vielversprechendsten Sektor des Luxusmarktes. Den gestalterischen Anker der Kollektion bilden – wie der Name unschwer erkennen lässt – die Designcodes der Royal Oak. Fans der Uhr werden die charakteristischen, ineinandergreifenden Glieder mit ihren polierten und gebürsteten Finishes sofort wiedererkennen.

Die Kollektion spielt mit Elementen aus dem heimatlichen Vallée de Joux (von zugefrorenen Seen bis hin zur lokalen Flora). Ein Beispiel dafür ist das krawattenartige Collier „Dream of Joux” aus Weißgold und blauem Titan. Besetzt ist es mit 42 tropfenförmigen Diamanten und 1670 blauen Saphiren von über fünf Karat. Ein weiteres Highlight ist die nach einem nahegelegenen Wald benannte Halskette „Risoud Eclipse”. Ihr kantiges Design aus geschwärztem Titan und Weißgold orientiert sich unverkennbar an der Royal Oak, wird jedoch von fünf Sugarloaf-Smaragden mit insgesamt 16,5 Karat und kleinen Diamanten abgerundet.

Uhren und Schmuck lassen sich kombinieren

Die Schmuckkollektion von Audemars Piguet greift florale Motive aus dem heimatlichen Vallée de Joux auf.  

Für alle, die alltagstauglichen Schmuck suchen, der sich perfekt mit ihrer Royal-Oak-Uhr kombinieren lässt, wird es auch schmalere Choker und Armspangen geben. Diese präsentieren sich in Audemars Piguets berühmtem „Frosted Gold”-Finish – jener dezent schimmernden, gehämmerten Goldoberfläche, die das Unternehmen 2016 gemeinsam mit der Schmuckdesignerin Carolina Bucci entwickelte und die bei Sammlern heute extrem begehrt ist.

Die Idee, mehrere Stücke übereinander zu tragen, entsprang dem persönlichen Stil der Kundinnen, so CEO Ilaria Resta. „Wir haben beobachtet, wie Kundinnen mehrere Uhren kombinierten und sie fast wie Schmuck trugen. Das zeigte uns, dass es eine sehr zeitgemäße Art und Weise gibt, mit der Royal Oak zu leben, die weit über die reine Uhr hinausgeht“, erklärt sie gegenüber dem Robb Report.

Schmucklinie ist von der Royal Oak inspiriert

Das eigene Schmuckerbe der Marke reicht übrigens bis ins 19. Jahrhundert zurück und umfasst Anhänger-, Broschen- und Ringuhren, die einst in Zusammenarbeit mit Juwelieren wie Tiffany & Co., Cartier und Bulgari gefertigt wurden. In jüngerer Zeit dürften sich Kenner zudem noch an die High-Jewelry-Geheimuhren der „Diamond Trilogy” aus den Jahren 2015 bis 2017 erinnern.

In diesem neuen Kapitel widmet sich Audemars Piguet nun voll und ganz der Formensprache. „Anstatt einer Uhr einfach nur Schmuck-Codes hinzuzufügen, geht die neue Kollektion von der grundlegenden Architektur des Royal-Oak-Armbands aus. Sie stellt die Frage, was aus dieser Formensprache wird, wenn gar keine Uhr mehr daran befestigt ist“, so Resta. Große Schmuckmarken produzieren schon seit Jahrzehnten auch Zeitmesser; der umgekehrte Weg ist hingegen weitaus seltener. Wenn es nach Audemars Piguet geht, wird sich das nun ändern.