Mit dem Motorrad auf der Grand Tour Deluxe Tag 2: Bern, Luzern

In den Gegensätzen liegt der Reiz: eine handfeste Reise mit dem Motorrad auf der Grand Tour Deluxe durch die Schweiz – und am Abend in die exklusivsten Luxushotels. Ein Trip mit Längen, Höhen und tiefer Entspannung
Ankunft_Park Hotel Vitznau

Wir lassen uns Lokales vom Fuße des Berges Jungfrau schmecken. Käse, Joghurt, frische Milch – Energie kehrt zurück. Die Strecke führt uns lange am Thunersee vorbei in Richtung Bern. Vereinzelt gleiten Segelboote über das Wasser, es duftet nach Sommer und frischer Wäsche. 

© Yorck Dertinger 

Gregor Zimmermann

Gregor Zimmermann ist der Küchenchef im Bellevue und Mitglied des CCC, einer Vereinigung der Chefköche, die Regierungschefs bekochen.

Vor dem Bellevue Palace wartet bereits Urs Bührer. Der Hoteldirektor offeriert uns mit einer einladenden Geste, unsere Motorräder direkt vor dem imposanten Portal zu parken. Er hat hier schon die Mächtigen dieser Welt begrüßt, da wird er mit zwei Hobbybikern spielend fertig. Das Bellevue Palace liegt mitten im Regierungsviertel der Hauptstadt. Bundeskanzler, Präsidenten und Scheichs: Sie alle saßen hier schon auf der Terrasse und blickten – wie wir heute – auf die Aare. Es ist Lunch-Zeit. Gregor Zimmermann, seit 16 Jahren Herr über die Töpfe und Mitglied im Club des Chefs des Chefs, einer Vereinigung der Chefköche, die Staatsoberhäupter bekochen, lässt Kabeljau servieren. Mein Handy klingelt. Zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit mache ich mein Telefon aus – ein drittklassiges Gespräch wäre dem erstklassigen Kabeljau gegenüber respektlos.

Die Strecke von Bern nach Luzern führt über unzählige Kurven und einsame Straßen, vorbei an tiefblauen Seen und grünen Bäumen. Das beständige Brummen des Motors und die ständigen Gewichtsverlagerungen von rechts nach links lullen den Geist ein – geistiger Stillstand in der Bewegung. Ankunft in Luzern.

Wasserski auf dem Virewaldstättersee
An der Marina werden wir bereits erwartet. Zwei Mitarbeiter des Park Hotel Vitznau nehmen unsere Motorräder entgegen und weisen uns den Weg zum Bootsanleger. Das Licht der Abendsonne spiegelt sich im polierten Mahagoni der Boesch. Noch ist das edle Holzboot vertäut, doch es wartet nur darauf, uns über den Vierwaldstättersee zu tragen. „Mögen Sie eine Runde Wasserski fahren?“, fragt mich der Bootsführer. Mag eine Ente schwimmen? Nein, sie muss.

Der Sprung ins Wasser ist erfrischend, der Staub der Straße löst sich im 19 Grad kühlen Nass. Von hier aus sieht man schon deutlich das Park Hotel, ein imposantes Schloss aus dem Jahr 1903. 47 Suiten beherbergt das Haus nun – und einen Schatz im Keller. Fast noch mit den Wasserski an den Füßen erreiche ich den Bootsanleger des Hotels. Mathias Rohner, Resident Manager, reicht lächelnd ein eiskaltes Bier. „Willkommen im Park Hotel Vitznau.“

Mathias Rohner

Mathias Rohner, 36, ist als Resident Manager des Hauses für das außergewöhnliche Hotel am Vierwaldstättersee verantwortlich

Auch wenn das Bier die Ankunft perfekt macht, wäre es eigentlich nicht das Getränk der ersten Wahl, denn im Keller des Hauses lagern über 33 000 Flaschen der feinsten internationalen Weine. Der ursprüngliche Einkaufswert: 26 Millionen Schweizer Franken. Darunter auch eine ganz seltene Flasche, die Sommelier Sven Uzat unter seiner Obhut hat: eine Vier-Liter-Flasche Mouton Rothschild von 1945. Ihr Schätzwert: 645 000 Franken. „Unwahrscheinlich, dass sie sich irgendwer zu einem Lunch öffnen lässt“,sagt Uzat. Ich lächele Yorck an. Lust hätte ich, allein schon wegen der Spesenrechnung.

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