Geoffrey Kent Der moderne Luxus-Tourismus

Kent, Mitbegründer von Abercrombie & Kent, erzählt über die gestiegenen Ansprüche der Kunden in der Tourismus-Branche und über Abenteuerurlaube als Luxus-Reise.
Geoffrey Kent

Seit er 1962 gemeinsam mit seinen Eltern Abercrombie & Kent gründete, hat Geoffrey Kent jeden noch so abgelegenen Winkel dieser Welt bereist - und von 400-fädrigen Stoffen bis zu aufregenden Weinen alles an edlen Dingen mitgebracht, die seine ebenso edlen – und begeisterten – Kunden gefallen könnten. Im letzten Jahr veröffentlichte er seine Autobiographie "Safari". Sie erzählt von seiner längsten und aufregendsten Reise; vom barfüßigen Kind im afrikanischen Busch zum ultimativen Luxus-Reiseanbieter.

"Als ich jung war, war für mich, wie viele in Afrika, der Mount Kenya Safari Club der Inbegriff von Luxus. Dort spielte man Golf, trank elegante Cocktails und aß elegante Menüs. Darüber hinaus gab es allerdings für Jungspunde wie mich dort nichts zu tun. Kurz: Ich langweilte mich."

Abenteuerurlaub ist moderner Luxus

"Ich erkannte, dass es viele Menschen gibt, die sich bewegen, die aktiv sei wollen. Auf den Kilimandscharo klettern. In den Bergen wandern. Im Nil angeln. Aber auch, dass sie komischerweise danach in einem Vier-Sterne-Hotel übernachten wollen, ganz wie zu Hause. Sie möchten es nach dem Abenteuer sehr, sehr komfortabel haben, herrlich essen und trinken."

"Ich denke, dass ich das geschaffen habe, was die Menschen heute wollen. Und nebenbei bemerkt, heute wollen sie guten Kaffee: Am besten den Cappuccino im Angesicht von 50 Nilpferden genießen."

"Was sich am stärksten verändert hat? Eltern reisen mit ihren Kindern. Früher reisten Ehepaare mit anderen Ehepaaren, die sie aus dem Country Club oder aus der Firma kannten. Heute reist man zu mehreren Generationen, mit Kindern und Enkeln. Die Dinge, die sie sehen wollen, sollen authentisch sein. Sie wollen lernen. Sie wollen das Gefühl haben, dass sie mehr sind als hedonistische Touristen. Luxus kann Hedonismus sein. Wenn ich zwei Wochen auf meiner Yacht im Hafen von Saint Tropez sitze, das ist Hedonismus. Aber was lerne ich dabei?"

Eine Reise muss das Leben verändern

"Heute muss eine Luxusreise ein Erlebnis sein, das mein Leben verändert. Ich denke, dass hat mit unserem Entdeckerinstinkt zu tun. Warum sind die berühmten Entdecker losgefahren? Weil sie etwas entdecken wollten, dass vor ihnen noch niemand gesehen hatte. Und wenn die Menschen von einer Luxusreise zurückkommen, haben sie genau dieses Gefühl: Dass sie etwas entdeckt haben. Manche nennen das auch „Recht zum Angeben“. Ich hasse diesen Ausdruck, aber tatsächlich kommen die Gäste zurück und sagen „Wow, das habe ich gemacht!“

"Und jetzt denke ich, dass ich mit meinen Inspiring Expeditions wieder Neuland betrete. Ich fliege mit Gästen nach Palau. Wir schwimmen in einem See mit Millionen von nicht stechenden Medusen, also Quallen. Der See, Teil eines UNESCO Weltnaturerbes, wurde noch nie öffentlich zugänglich gemacht. Ich gehe an meine Grenzen, die Gäste fliegen in Privatjets, reisen auf Charteryachten und werden von Köchen verwöhnt, die zwei Michelin Sterne haben. Es muss ein einmaliges Erlebnis sein, nicht nur eine Reise, auch keine Serie von Reisen. Wir bieten eine Reise zum Polarlicht an, nach Nagaland in Indien sowie in die Mongolei. Ich versuche Orte zu finden, an die man normalerweise nicht kommt, und dann dort eine Lodge oder ein Camp zu bauen oder mit einem Schiff vor Anker zu gehen, damit unsere Gäste dieses einmalige Erlebnis haben können, das vor ihnen noch nie jemand hatte."

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im Original von Bruce Wallin