Chronographen - die nützlichste Komplikation einer Uhr

In den 1960er und 1970er Jahren, dem goldenen Zeitalter der Chronographen, waren nur die außergewöhnlichsten Uhren mit dieser Komplikation ausgestattet. Heute dagegen sind sie überall – und das ist auch gut so.
Text Victoria Gomelsky
Rolex Cosmograph Daytona, Platinum

Ein Chronograph, ein „Zeitschreiber“, gilt neben dem Datum als die nützlichste Komplikation einer Uhr, da er es dem Träger ermöglicht, die abgelaufen Zeit zu messen. Man unterscheidet zwischen dem aufwendigeren Schaltradchronographen und dem Nockenschaltwerk – aber ganz gleich, welche Technik dahinter steht, der Chronograph ist beliebt bei Piloten, Rennfahrern und Ärzten, von den Hobbygrillern ganz zu schweigen. Hier stellt RobbReport.de fünf legendäre Uhren mit Chronograph-Funktion vor, die auch heute noch hergestellt werden. Wir haben uns dabei insbesondere auf die jüngsten Modelle konzentriert.

Zenith El Primero

Zenith El Primero

Kein Zweifel, eines der berühmtesten Kaliber überhaupt ist das El Primero. Im Jahr 1969 stellte die Schweizer Manufaktur Zenith das Kaliber El Primero als erstes Chronographenwerk mit Automatikaufzug vor (ein Anspruch, der jedoch umstritten ist). Heute existiert das legendäre Kaliber in 23 Versionen, einschließlich des Klassikers El Primero Chronomaster 1969 (ca. 7.000 €) und des brandneuen El Primero Chronomaster 1969 SVRA Edition (ca. 8.000 €), der in einer limitierten Auflage von 100 Exemplaren gefertigt wird und die Rolle von Zenith als offizieller Zeitmesser der Sportscar Vintage Racing Association (SVRA) würdigt.

Breitling Navitimer

Breitling Navitimer

Der U(h)rahn aller Fliegeruhren: Die Breitling Navitimer (kurz für „Navigational timer“) aus dem Jahr 1952 war als zuverlässiger Gebrauchsgegenstand konzipiert.

Die drehbare Lünette ermöglicht den berühmten kreisförmigen Aviatikrechenschieber, mit dem Piloten unterschiedliche Werte wie etwa Bodengeschwindigkeit oder Kraftstoffverbrauch berechnen können. „Sie ist der älteste mechanische Chronograph, der heute noch produziert und verkauft wird“, so Breitling Vizepräsident Jean-Paul Girardin. „Der Name ist Programm bei dieser Uhr: Sie ist eine Art Computer.“ Die aktuelle Version, die Navitimer 01, angetrieben durch das Manufakturkaliber Breitling 01 (ca. 7.000 Euro) ist in Edelstahl oder 18 Karat Rotgold erhältlich. Auf dem schwarzen oder braunen Zifferblatt prangen die typischen roten Zeiger, während der Chronograph Zähler in Silber gehalten ist. Die Stundenmarkierungen und Ziffern sind aufgesetzt. Fehlen darf natürlich nicht das Signature Element – die in zwei Richtungen drehbare Lünette, die die einfache Bedienung des berühmten Rechenschiebers ermöglicht.

TAG Heuer Carrera

TAG Heuer Carrera

Im Frühjahr 1963 stellte Heuer, in Person der Uhrmacher-Legende Jack Heuer, die Carrera bei der Baselworld vor.

Der vom Motorsport inspirierte Chronograph, heute ein Klassiker, „war sofort eine Erfolg“, so Heuer. Seine Erklärung: „Das einfache und schnörkellose Design kam zum richtigen Zeitpunkt.“ Die Manufaktur stellte die Produktion des Modells 1982 ein, nahm sie aber 14 Jahre später unter großem Medienecho wieder auf. Zu diesem Zeitpunkt hieß das Unternehmen TAG Heuer, da die TAG Gruppe 1985 die 125 Jahre alte Traditionsmarke Heuer erworben hatte. 2004 demonstrierte TAG Heuer die Schlüsselposition des Modells im Portfolio mit dem Launch einer neuen Carrera im modernen Design. Bei der Baselworld wurde die Carrera Heuer 02T (ab ca. 15.000 €) vorgestellt, ein von der Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres zertifizierter Automatikchronograph mit fliegendem Tourbillon aus Titan und Karbon.

Rolex Cosmograph Daytona

Rolex Cosmograph Daytona

Die Edelstahlversion der Rolex Cosmograph Daytona kostet ca. 11.300 €. Angesichts des Kultstatus, den diese Uhr bei den Sammlern genießt, ist sie kaum im Handel erhältlich, was Interessierte auf den Sekundärmarkt zwingt, auf dem ein saftiger Aufschlag gefordert wird. Die Daytona, 1963 – im selben Jahr wie die Heuer Carrera – entstanden, ist eine Hommage an die klassischen Langstreckenrennen. Sie wird geliebt für ihre Zuverlässigkeit und Ablesbarkeit – ganz zu schweigen vom Glamour, den ihr Paul Newman verliehen hat, dessen Name untrennbar mit der seltensten, wertvollsten und vielleicht unter Sammlern begehrtesten Uhr aller Zeiten verbunden ist – die Edelstahl Daytona mit dem sogenannten Exotic Dial. Keine Angst, Sammler, das Modell gibt es in mehreren „Geschmacksrichtungen“. Die Daytona in Weißgold kostet ab ca. 34.000 €; Everose-Gold mit Oyster-Band ca. 34.000 € und den Preis der Platin Version erhalten Sie auf Anfrage.

Omega Speedmaster Professional

Omega Speedmaster Professional

Omega stellte die Speedmaster bereits 1957 vor, aber erst als das Modell 1965 seine Reise ins Weltall antrat, erhielt sie den Zusatz „Professional“.

Doch dann landete die Uhr im wahrsten Sinne des Wortes ihren größten Coup: Die Mondlandung. Astronaut Buzz Aldrin trug die Speedmaster, als er im Juli 1969 seinen Mondspaziergang machte – und schon hatte sie ihren Spitznamen weg: Moonwatch. Das Kaliber der Speedmaster Moonwatch Professional 42, der modernen Version aus Edelstahl mit Stahlband (ca. 4.300 €), ist praktisch das Gleiche wie dasjenige, das Aldrin auf den Mond begleitete. Sammlern wird es gefallen, dass dieser Zeitmesser in einer speziellen Moonwatch Präsentationsbox ausgeliefert wird, die ein „NATO“ Armband, ein Klettverschluss Armband, ein Werkzeug zum Wechseln des Armbandes und ein Buch über die bahnbrechende Geschichte der Speedmaster enthält.

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