Johnnie Walker Red Label Ein wahrer Whisky-Kenner: Jim Beveridge

Niemand kennt sich mit Whisky so gut aus wie er, Jim Beveridge. Seit knapp 40 Jahren arbeitet er bereits bei Johnny Walker. Mehr zu ihm und seiner spannenden Geschichte erfahren Sie hier!

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Er ist kein Mann der lauten Töne. Als seinen Lieblingswhisky gibt er einen Johnnie Walker Red Label an – das günstigste Produkt im Portfolio des Whisky-Herstellers. Und wenn er auf seine Leistungen angesprochen wird, betont er immer, dass nicht er allein, sondern sein gesamtes Team dafür verantwortlich sei. Wie zum Beispiel für die Schöpfung des extrem erfolgreichen Johnnie Walker Platinum. Oder des noch erfolgreicheren Double Black. Dabei könnte Jim Beveridge, der ein bisschen wie die erwachsene Version des Zauberlehrlings Harry Potter aussieht, durchaus mit breiterer Brust auftreten: Johnnie Walker ist der größte Hersteller von schottischem Whisky, und er ist seit dem Jahr 2001 dessen Master Blender. Diesen Titel trugen vor ihm nur fünf Menschen, seit John Walker persönlich vor rund 190 Jahren das Unternehmen gegründet hat. Das macht den 65-Jährigen eher zu einer merlinartigen Ausnahmeerscheinung und zu einem Fixstern im weltweiten Whisky-Universum. Seine Fans haben sogar die Möglichkeit, den Meister persönlich zu treffen und, noch besser, sich von ihm einen maßgeschneiderten Blend komponieren zu lassen: den sogenannten Signature Blend von Johnnie Walker. Darüber sollte man reden.

Mr Beveridge, von allen Johnnie Walker Blends, die Sie bisher verantwortet haben, gibt es da einen, auf den Sie besonders stolz sind?
Also besonders gelungen ist mir meiner Meinung nach der Johnnie Walker Double Black. Das Schöne an ihm ist, dass er zwar auf der einen Seite ein traditioneller Johnnie Walker Blend ist, gleichzeitig aber auch einen sehr modernen, zeitgemäßen Ansatz verfolgt.

Gab es auch mal einen Blend, mit dem Sie nicht zufrieden waren?
Ja, das passiert schon mal. Ich kann mich an einen erinnern, da hatte ich schon beim Verkaufsstart meine Bedenken, die sich dann leider auch als richtig erwiesen haben. Aber bevor Sie nachfragen: Ich sage Ihnen jetzt nicht, welcher das war. Es gab aber auch Blends, die mir nicht gefallen haben, die dann aber trotzdem erfolgreich waren. Auch ich bin nicht unfehlbar und weiß nicht immer, welcher Whisky sich kommerziell durchsetzt und welcher nicht.

Wie entstand die Idee zu einem maßgeschneiderten Whisky?
Wir haben diesen Service das erste Mal vor ein paar Jahren in unserer Dependance in China angeboten. Wir wollten unseren Premiumkunden damit die Möglichkeit bieten, einen Whisky zu kreieren, der nicht nur an ihren persönlichen Geschmack angepasst ist, sondern den sie quasi mitentwickelt haben. So fing alles an.

Wie oft wird der Signature Blend nachgefragt?
Das ist eine sehr übersichtliche Zahl. Letztes Jahr trafen mein Kollege und ich vielleicht zehn Kunden zu individuellen Blending Sessions. Das klingt wenig, aber mehr wäre rein vom Zeitaufwand für mich nicht möglich. 

Aus wie vielen Zutaten oder einzelnen Whiskys setzt sich so ein individueller Blend zusammen?
Zu allen unseren Blending Sessions nehme ich eine kleine Box aus Eichenholz mit. Darin befindet sich eine von mir handverlesene Zusammenstellung von rund 30 der feinsten und seltensten Whiskys, die Sie sich vorstellen können. Alles abgefüllt in kleine Flaschen, deren Inhalt direkt aus unseren Fässern in Schottland stammt. Und daraus kreieren wir dann den Signature Blend.

Was genau sind das für Whiskysorten?
Das sind sowohl Grain als auch Malt Whiskys, die einen spezifischen Geschmack gut transportieren, sich also für uns besonders gut zum Blenden eignen. Auch wenn das Alter hier kein Thema ist, sind die meisten davon mindestens 20, manche sogar bis zu 40 Jahre alt. Einige stammen aus Destillerien, die heute gar nicht mehr in Betrieb sind. Und andere aus Experimenten, die niemals auf den Markt kamen oder in Serie gingen. Eines haben aber alle gemeinsam: Sie stammen aus extrem seltenen Fässern.

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Autor:
Michael Brunnbauer